Karte 1 aus der Online-Umfrage von 2008

Karte 28 aus dem KSDS

Die auf den Antworten aus der aktuellen Umfrage basierende Online-Karte 1 zeigt gegenüber der Karte 28 insbesondere die deutliche Zunahme der Wortvariante Butter, die nun v. a. in Teilen des Wallis und in der nördlichen und östlichen Deutschschweiz genannt wurde. Teilweise war Butter dort schon zu SDS-Zeiten als Variante genannt worden, teilweise hat sich das Wort aber nun auch in Gegenden verbreitet, in denen es auf Karte 28 überhaupt noch nicht erscheint, wie etwa in Basel. Dagegen dominiert ansonsten in der Westhälfte weiterhin die Wortform Anke in der jeweiligen Lautung. Eine Verbreitungskarte für die Wortform Butter würde zeigen, dass diese vornehmlich in den Kantonen Bern und Freiburg noch kaum Fuss gefasst hat. Während im nördlichen Wallis die ältere Lautform Ai(c)hu noch an vielen Orten vorherrschend genannt wurde, ist die Aussprachevariante Aache im Berner Oberland nirgends mehr dominant und nur noch vereinzelt genannt worden. Im Sensegebiet wurde das ältere Ou(c)he in der Online-Umfrage gar nicht mehr genannt. Interessant ist, dass einige östliche Gebiete weiterhin als dominierende Variante Schmalz aufweisen, wobei sich das Gesamtgeltungsgebiet aber stark verkleinert hat. Während die isolierten Nennungen von Schmutz auf Karte 28 bei der Online-Umfrage nicht mehr aufgetreten sind, wurde die lokaltypische Form Britschi noch als gültige Form für Obersaxen genannt. Dass sich die Bezeichnung Butter in den vergangenen Jahrzehnten derart stark verbreiten konnte, dürfte damit zusammenhängen, dass dieses Grundnahrungsmittel heutzutage abgepackt im Geschäft mit einer entsprechenden Aufschrift gekauft wird und man so alltäglich diesem Wort begegnet. Umso erstaunlicher ist es, dass die westlichen Gebiete weiterhin so stark an dem Anke hängen. Immerhin ist auch dort, wo sich Butter durchgesetzt hat, in der Verwendung des Artikels der statt dem hochdeutschen die noch ein Rest Anke im Butter erhalten geblieben.