KSDS

Kleiner Sprachatlas
der deutschen Schweiz

Der KSDS
im Verlag Huber

Der Kleine Sprachatlas der deutschen Schweiz ist erstmals 2010 im Verlag Huber Frauenfeld (später Orell Füssli) erschienen. Aktuell liegt die 7. Auflage vor.

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Der KSDS
in aller Kürze

Der Kleine Sprachatlas der deutschen Schweiz gibt einen anschaulichen Einblick in die Vielfalt der Schweizer Dialektlandschaft und erzählt von der Geschichte und Herkunft der Wörter.

Zu weiteren Informationen

Der kleine & der grosse Sprachatlas

Keinen kleinen Sprachatlas ohne den grossen Bruder: Die Grundlagen für die Karten des Hauptteils des KSDS bildet der Sprachatlas der deutschen Schweiz (SDS), der zwischen 1962 und 1997 in acht Bänden erschienen ist.

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Die 121 statischen Karten des Hauptteils des Kleinen Sprachatlas der deutschen Schweiz (KSDS), die auf Spracherhebungen in den vierziger bis sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts basieren, können Sie online einsehen und herunterladen unter Download Karten Sprachatlas.

Die neuen statischen Karten der Online-Umfrage von 2008 können über die nachfolgende Auflistung konsultiert werden. Dazu einige Hinweise:

Für die statischen Karten der Online-Umfrage wurde nur ein Teil der über 13'500 Antworten berücksichtigt, nämlich derjenige, der von relativ ortsfesten Personen stammt. Als ortsfest gilt, wenn mindestens ein Elternteil vom selben Ort stammt. Das entspricht einer Zahl von gut 9000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Bei den statischen Karten der Online-Umfrage handelt es sich meist um sogenannte Dominanzkarten. Sie basieren auf der Ermittlung der pro Postleitzahlgebiet vorherrschenden Bezeichnung.

Die flächige Einfärbung wird durch eine Hochrechnung der Vorkommenswahrscheinlichkeit für eine Wortvariante erreicht. Einfarbige Flächen bedeuten hier also nicht, dass nicht auch noch andere Wortformen in der Region vorkommen, sondern nur, dass überall die mit der jeweiligen Farbe symbolisierte Variante dominiert.

Schraffierte Flächen bedeuten, dass in einem Gebiet, von Ort zu Ort unterschiedlich, verschiedene dominante Varianten vorkommen.

Zu den Begriffen «zu wenig gesalzen», «Kuss» und «Rösti» existieren zusätzliche Verbreitungskarten, die aufzeigen, welche tatsächliche Verbreitung eine einzelne Bezeichnung hat. Unterschiedlich dicke Striche deuten auf diesen Karten an, dass die jeweilige Wortvariante in den betroffenen Regionen unterschiedlich häufig genannt wurde.

Zu den statischen Karten gibt es Kommentare, in denen die Ergebnisse der Online-Umfrage mit der entsprechenden Karte (oder Wörterliste) des KSDS verglichen werden. Die Kommentare weisen auf interessante Vergleichsaspekte hin und liefern Ergänzungen und Erklärungen zu einzelnen Beobachtungen. Ein Teil der statischen Karten und Kommentare findet sich ab der 5. Auflage im KSDS, wo die Datenerhebung und der Datenvergleich ausführlicher thematisiert werden sowie ein Fazit zu den sprachlichen Verhältnissen in der heutigen Zeit gezogen wird (vgl. Sonderdruck).

Herausgeber des Kleinen Sprachatlas der deutschen Schweiz

Prof. Dr. Helen Christen, Universität Freiburg-Fribourg
Prof. Dr. Elvira Glaser, Universität Zürich
Dr. Matthias Friedli, Schweizerisches Idiotikon

Betreiber der Website

Schweizerisches Idiotikon
Auf der Mauer 5
8001 Zürich
Schweiz

Tel.: 044 251 36 76
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Karte 20 aus der Online-Umfrage von 2008

Karte 14 aus dem KSDS

Beim Vergleich der KSDS-Karte 14 mit der Karte 20 fällt auf, dass sich in der deutschen Schweiz zunehmend vier grosse Wortlandschaften herausbilden, die sich voneinander abgrenzen: In der mittleren Zone herrscht auf der Karte 20 die Wortform rüere vor, im Westen schiesse, im Süden sowohl schiesse als auch ggufru und im Osten Varianten von wörffe. Die Bezeichnung rüere konnte ihr Verbreitungsgebiet vor allem zulasten der an die Wortlandschaft angrenzenden Wortvarianten weiter ausbauen. Dies zeigt sich an den östlichen Rändern der Wortlandschaft rüere in den Kantonen Schaffhausen, Thurgau und St. Gallen, in welchen auf der Dominanzkarte 20 neben Varianten von wörffe häufiger auch rüere als vorherrschende Bezeichnung erscheint, sowie an den westlichen Rändern in den Kantonen Aargau und Luzern, in denen rüere vermehrt der einzige dominante Worttyp ist. Interessanterweise konnte sich die Wortform rüere in diesen Grenzgebieten weiter ausbreiten, während in der mittleren Zone – anders als noch auf der KSDS-Karte 14 – lokal Varianten von wärffe, schmeisse und schiesse die dort angestammte Bezeichnung rüere überlagern.

Eine weitere Entwicklung lässt sich im westlichen Gebiet der Deutschschweiz feststellen. Während die KSDS-Karte 14 dort noch einen bunten Flickenteppich von unterschiedlichen vorherrschenden Bezeichnungen aufweist, sind es auf der aktuellen Karte 20 deutlich weniger. Besonders die Bezeichnung schiesse konnte ihr Geltungsgebiet im Westen im Vergleich zur älteren KSDS-Karte 14 weiter ausdehnen. Auf der KSDS-Karte 14 wurden im westlichen Teil der deutschen Schweiz regional Varianten von schlaa kartiert, welche aufgrund der selteneren Nennung bei der Online-Umfrage auf der Karte 20 nicht mehr als dominante Wortformen erscheinen. Im Gegensatz zum Rückgang der regionalen Wortform schlaa im Westen hat interessanterweise der kleinräumige Worttyp schmiize u. Ä. vor allem in den Kantonen Freiburg und Bern, aber auch in der restlichen Deutschschweiz – hier meist in der Lautung schmiisse – sein Geltungsgebiet vergrössert.

Die Situation im Kanton Wallis ähnelt der eben beschriebenen Situation im westlichen Teil der Deutschschweiz. Auch in der südlichen Sprachlandschaft lässt sich ein Rückgang verschiedener dominanter Wortformen feststellen. Vor allem im Matter- und im Saastal wurden die erstaunlich zahlreichen dominanten Wortformen von denen im übrigen Wallis vorherrschenden Bezeichnungen schiesse und ggufru zurückgedrängt.

Bei den dialektalen Ausdrücken für den Begriff Steine werfen lässt sich ein Rückgang unterschiedlicher vorherrschender Worttypen feststellen. Einige noch auf der KSDS-Karte 14 vorherrschende Wortformen wurden von den sich ausbreitenden Mundartausdrücken wörffe, rüere, schiesse und ggufru überlagert. Der Blick auf eine Verbreitungskarte würde jedoch zeigen, dass die meisten Wortformen – auch wenn sie nicht mehr dominant sind – von den Teilnehmenden an der Online-Umfrage noch genannt werden und weiterhin Teil des heutigen Sprachwortschatzes sind. Wenige Ausdrücke jedoch wie spigge, pelze und trääje, welche zur Zeit der SDS-Datenerhebung vereinzelt erwähnt wurden, gaben die Befragten bei der Online-Umfrage nicht mehr an.

Zu diesem Begriff gibt es auch eine interaktive Karte.

Karte 19 aus der Online-Umfrage von 2008

Karte 67 aus dem KSDS

Auf der KSDS-Karte 67 und der Karte 19 zeigt sich eine bunte Mischung verschiedener dialektaler Varianten für den Begriff Pfütze. Die Anzahl dominanter Worttypen ist auf der Karte 19 jedoch leicht rückläufig, und die Varianten Lüdere, Plumpi u. Ä. und Tümpel erscheinen auf der Karte 19 nicht mehr. Beim Vergleich der Karten fällt zudem auf, dass sich auf der neueren Karte 19 grössere Wortlandschaften abzeichnen als noch auf der Karte 67. Auffallend stark hat beispielsweise die Bezeichnung Glungge an Dominanz gewonnen. War das Verbreitungsgebiet von Glungge auf der Karte 67 überwiegend auf die Kantone Bern und Solothurn beschränkt, konnte es sich auf der Karte 19 in die angrenzenden Gebiete ausdehnen. Die Variante Glungge drängte dabei die im Berner Oberland vorherrschende Variante Glunte und die in den Kantonen Zürich und Unterwalden dominierende Wortform Gump(e) zurück. Auch Gunt(e) konnte seine Stellung vor allem im Kanton Uri und in den Nordostschweizer Kantonen Schaffhausen, Thurgau, St. Gallen und Appenzell deutlich ausbauen.

Neben den Wortformen Glungge und Gunt(e) gewann auch die Bezeichnung Pfütze – wahrscheinlich in Anlehnung ans Hochdeutsche – an Bedeutung. Besonders deutlich nahm das Geltungsgebiet von Pfütze in den Kantonen Basel, Aargau, Zürich und Graubünden zu. Eine Verbreitungskarte würde zudem zeigen, dass der Worttyp Pfütze von Teilnehmenden aus der gesamten Deutschschweiz an der Online-Umfrage häufig genannt wurde. Interessanterweise scheint sich somit eine junge Entlehnung aus dem Hochdeutschen als gesamtschweizerdeutsche Variante zu etablieren. Während sich das Verbreitungsgebiet  von Pfütze, Gunt(e) und Glungge vergrösserte, wurde die Wortlandschaft von Gumpe merklich kleiner. Die Variante Gump(e) ist auf der KSDS-Karte 67 vor allem in den Kantonen Zürich, Thurgau, St. Gallen, Unterwalden und Graubünden grossflächig vorherrschend und geriet, wie die Karte 19 zeigt, von den sich dort ausbreitenden Wortformen Glungge, Gunt(e), Gu(u)dle und Pfütze unter Druck.

Die Vergrösserung der Wortlandschaften von Glungge, Gunt(e) und Pfütze führte zu einer Überlagerung regionaler Varianten, wobei diese meist nicht vollständig verdrängt wurden. Dieser Vorgang zeigt sich deutlich im Nordwesten der deutschen Schweiz: Auf der KSDS-Karte 67 sind auf dem Kantonsgebiet von Solothurn die Bezeichnungen Lüdere, Plumpi, Glungge, Glumpe und Gülle kartiert, auf der Karte 19 hingegen sind es nur noch die grossflächig dominanten Ausdrücke Glungge und Pfütze. Die kleinräumigen Ausdrücke verloren im Kanton Solothurn zwar ihre dominante Stellung, sie wurden jedoch – abgesehen von der Bezeichnung Lüdere – von den Gewährspersonen an der Online-Umfrage weiterhin angegeben. Der Vergleich der KSDS-Karte 67 mit der Karte 19 zeigt, dass der Ausdruck Gille im Kanton Wallis unverändert vorherrschend ist, wohingegen die Bezeichnung Gülle/Gille in mehreren Kantonen – besonders deutlich im Kanton Uri – von den sich ausbreitenden Ausdrücken Gunt(e) und Glungge überlagert wurde. Auffallend ist zudem, dass der Geltungsbereich verschiedener Wortformen für den Begriff Pfütze häufig nicht auf einzelne Gebiete beschränkt ist und viele Worttypen grossflächig und gleichzeitig neben anderen Varianten vorkommen. So gibt es in mehreren Regionen zwei und selten sogar drei verschiedene dominante Wortformen.

Zu diesem Begriff gibt es auch eine interaktive Karte.

Karte 18 aus der Online-Umfrage von 2008

Die Bezeichnungen für Fangen spielen sind im Kleinen Sprachatlas der deutschen Schweiz (KSDS) nicht kartiert, sondern in Listenform dargestellt (S. 142). Für einen Vergleich der arealen Verbreitung der einzelnen Varianten kann auf den Sprachatlas der deutschen Schweiz (SDS) zurückgegriffen werden (Karte V 86). Beim Vergleich der SDS-Karte V 86 mit der Karte 18 wird deutlich, dass die Wortform Fangis in der deutschsprachigen Schweiz weiterhin vorherrschend ist. Die Ansicht beider Karten zeigt jedoch, dass es neben der Variante Fangis ein erstaunlich vielfältiges Bild von Mundartausdrücken gibt. Die grosse Anzahl unterschiedlicher Ausdrücke ist möglicherweise auf die Beliebtheit dieses einfachen Spiels und den kreativen Umgang der jungen Spielenden mit Sprache zurückzuführen, einhergehend mit der Tatsache, dass immer nur in einem kleinen Gebiet darüber gesprochen wird und kein grossräumiger Austausch nötig ist. Die Bezeichnungen nehmen dabei häufig – wie etwa die Ausdrücke Nochespringerlis und Fangis zeigen – auf Tätigkeiten während des Fangenspielens Bezug. Ein gutes Beispiel für die Vielfalt der dialektalen Bezeichnungen ist der Kanton Bern, in dem auf der Karte 18 über zehn verschiedene Bezeichnungen kartiert sind und neben der grossräumig dominanten Variante Fangis u. Ä. – besonders ausgeprägt im Berner Oberland – mehrere kleinere Wortlandschaften nebeneinander erscheinen.

Auf der SDS-Karte V 86 zeigt sich ein West-Ost-Gegensatz, der auf der Karte 18 weniger klar erkennbar ist. Auf der SDS-Karte V 86 sind im Osten der deutschsprachigen Schweiz meist Formen von Fangis kartiert und im Westen die Bezeichnungen Tschiggi u. Ä. und Ziggi u. Ä. Beim Vergleich der Karten fällt auf, dass die Variante Fangis u. Ä. auf der Karte 18 ihr Einflussgebiet vor allem im westlichen Teil der Deutschschweiz vergrössern konnte. So wurden beispielsweise bei der SDS-Befragung in den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft zehn verschiedene Bezeichnungen erfasst. An der Online-Umfrage nannten die Gewährspersonen aus den beiden Halbkantonen zwar Ausdrücke wie Hetzis, Jaagis und Tschiggis, diese sind jedoch auf der Dominanzkarte 18 nicht mehr kartiert, da sie von der sich ausbreitenden Wortlandschaft Fangis u. Ä. überlagert wurden. Auch im Kanton Bern drängt der Worttyp Fangis u. Ä. kleinräumigere Varianten zurück, wie etwa die Bezeichnung tschinggele u. Ä., welche auf der SDS-Karte V 86 im Berner Mittelland und Emmental noch klar vorherrschend ist. Der West-Ost-Gegensatz, der noch auf der SDS-Karte V 86 deutlich erkennbar ist, verliert durch die Vergrösserung der Wortlandschaft Fangis u. Ä. im westlichen Teil der Deutschschweiz an Schärfe. Der Vergleich der beiden Karten zeigt, dass sich der Ausdruck Fangis u. Ä. als gesamtschweizerdeutsche Variante weiter etablieren konnte, meistens ohne dabei die regionalen Wortformen zu verdrängen: Die meisten Varianten, die bei der SDS-Befragung genannt wurden, erscheinen auch auf der Karte 18, wenn zum Teil auch nur noch an vereinzelten Orten, wie die Beispiele Ja(a)gis, Totsch, Näggis oder gägge(ne) illustrieren. Gestützt wurde der Vormarsch der Bezeichnung Fangis u. Ä. möglicherweise durch die Anlehnung an die sowohl im Schweizerdeutschen, als auch im Hochdeutschen vorhandene Verbform fangen.

Zu diesem Begriff gibt es auch eine interaktive Karte.

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